Schau Hin! – Tu was!

Bäckertütenaktion „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte!“


Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Anschreien, weil das Essen nicht passt – Schläge, weil zu viel Alkohol im Spiel ist – Schuldzuweisung, weil das Geld knapp ist – Gewalt ist leider in vielen Familien trauriger Alltag. Jede vierte Frau in Deutschland ist Opfer von häuslicher Gewalt, also Gewalt, die sich in den eigenen vier Wänden abspielt.


Aber auch Männer erleiden Partnerschaftsgewalt, wenn auch nicht in diesem erheblichen Ausmaß. Aber es gibt Hilfe und darauf wollen das Netzwerk Runder Tisch „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt“ und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen, Karin Weiß, auf das Thema aufmerksam machen. Anlass ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am Mittwoch, 25. November 2020.


Die Initiatoren der Aktion haben in den vergangenen Tagen im Landkreis Bad Tölz- Wolfratshausen über 40.000 Bäckertüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte“ verteilt. Die Aktion wirbt für Gewaltlosigkeit, soll für das Thema sensibilisieren, den Betroffenen Mut machen und die Gesellschaft auffordern genau hinzuschauen und wenn nötig, zu helfen.


„Die `Bäckertüten-Aktion´ wird im Landkreis von über 20 Bäckereien samt Filialen und der Bäcker-Innung unterstützt, indem sie ab dem 25. November die Aktionstüten verwenden und so dabei helfen, das Thema sichtbar zu machen“, freut sich Karin Weiß über die Bereitschaft der Betriebe, sich für dieses Thema einzusetzen. „Sie stärken damit Betroffene und helfen Frauen und Männern dabei, sich ein Herz zu fassen und sich Hilfe zu holen.“ Auf den Tüten stehen die Adressen von Notrufnummern von Anlaufstellen bei Gewalt gegen Frauen und

Mädchen.


Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises beschreibt die Problematik: „Gewalt drückt sich nicht nur in sexuellen Übergriffen oder Schlägen aus. Auch regelmäßige Beleidigungen, Beschimpfungen und Demütigungen können der Beginn einer Spirale der Gewalt sein.“ Dazu kämen verschiedene Formen der Kontrolle: Die Täter nähmen beispielsweise den Frauen das Handy, die Bankkarte oder das Geld weg, würden soziale Kontakte überwachen oder sogar ganz verbieten. Auch die Verbreitung falscher und rufschädigender Geschichten in der